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Nationalpark Celaque
Nationalparks sind relativ große Naturräume mit typischer und durch den
Menschen möglichst unberührter Natur. Sie besitzen neben der
landschaftlichen Schönheit einen besonders hohen Wert für den Erhalt
von Tier- und Pflanzenarten, für die Forschung, sowie für die Bildung
und Erholung. Nur 7 ½ Kilometer von der
historischen Kleinstadt Gracias entfernt, erhebt sich der imposante
Nationalpark ?Montañas de Celaque". Hier, in Gracias Lempira, fand 1537
die letzte Schlacht der Maya unter Führung des Häuptlings Lempira
statt. Nach dem legendären Häuptling ist die heutige honduranische
Landeswährung benannt. 1544 wurde die Stadt dann von den Spaniern als
Hauptstadt der Kommandantur Guatemala ausgerufen. ?Celaque" kommt aus
der Sprache der Lenca Indianer und bedeutet soviel wie ?Wasserkasten".
Der Nationalpark Celaque wurde im Jahre 1987 durch das Dekret Nr. 87-87
ausgerufen, zusammen mit 37 anderen Schutzgebieten. Insgesamt stehen
420 km² unter Naturschutz, davon über die Hälfte in der Kernzone von
247 km². Der Nationalpark ?Montañas de Celaque" stellt den größten
Bergregenwald und den drittgrößten Nationalpark von Honduras.
Große Teile des Gebietes um den Nationalpark Celaque blieben bis heute
von Menschen unangetastet. Der zwischen den Städten Santa Rosa de Copan,
Belen Gualcho, Ocotepeque und Gracias Lempira im Westen von Honduras
gelegene Park ist einer der bedeutendsten Nationalparks des Landes,
u.a. durch die kaum erforschte Artenvielfalt. Der höchste Berg von
Honduras befindet sich in Celaque mit 2849 Meter über dem
Meeresspiegel. Seiner Höhenlage und der steten Nebel wegen verdankt der
Nationalpark die biologische Einstufung als Bergregenwald,
häufig auch als Nebel- oder Wolkenwald bezeichnet. Nebelwälder sind
Laubwälder, in Höhen zwischen 1500 und 2500 Metern zu finden. Sie
verdanken ihren Namen den sie stets umhüllenden Wolken, kondensierter
Feuchtigkeit aus der vom karibischen Meer anströmenden und von den
Bergen in die Höhe (und Kälte) gezwungenen Meeresluft. Die Pflanzenwelt
hat sich auf den steten horizontalen Nieselregen eingestellt: viele
Pflanzen ? die sogenannten Epiphyten - sind in der Lage, direkt aus der
feuchten Luft das Wasser zu gewinnen. Dazu zählen die für die
tropischen und subtropischen Bereiche Amerikas charakteristischen
Bromeliten, und die artenreichste Pflanzenfamilie der Erde: die
Orchideen. Viele verschiedene Arten wuchern auf den Ästen und an den
Stämmen der Bäume, ohne diesen Nährstoffe oder Licht zu entziehen.
Flechten und Moose verleihen dem Wald den letzten Schliff, verwischen
Konturen, und erschaffen so die typische mystische Atmosphäre eines
Bergregenwaldes. Wandert man durch den Nationalpark, so
kann man zu einem großflächigen Hochplateau gelangen, das nur von
einigen Berggipfeln unterbrochen wird. Das Hochplateau beherbergt einen
einzigartigen Vegetationstyp: den Elfen- oder Zwergwald. Die Pflanzen
haben sich dem nährstoffarmen und flachen Boden sowie den häufigen
starken Winden angepasst: Baumarten mit über 100 Jahre alten
Exemplaren, die sonst 20 bis 40 Meter hoch werden, erreichen hier
gerade mal 3 bis 5 Meter an Höhe. Bromeliten und Orchideen, die
normalerweise als Aufsatzpflanzen auf den Ästen oder an den Stämmen von
Bäumen sitzen, befinden sich hier mangels Platz auf dem Boden. Die
knorrigen Bäume sind von Moosen und Flechten geradezu überwuchert, wie
abgebrochene Zweige von Algen in einem Tümpel. In Honduras werden diese
Zwergwälder außer von Celaque bisher nur von den Nationalparks Sierra
de Agalta, Pico Bonito und Cusuco beschrieben.
Nicht nur für die Besucher des Nebelwaldes, sondern auch für die
Anwohner der Region hat der Nationalpark eine eminent wichtige
Bedeutung: Trinkwasser. Nebelwälder sind Wasserspeicher. Die Vegetation
saugt das Wasser aus der Luft. Sind die Pflanzen erst einmal mit Wasser
gesättigt, so läuft es am Stamm der Bäume oder tropft über Blattspitzen
auf den Boden herunter. Der lockere Boden wird nur sehr selten von
starken Regenfällen heimgesucht und somit weder verdichtet noch
erodiert. Wie ein Schwamm saugt der Boden das Wasser auf, und speichert
es in den darunter liegenden Gesteinsschichten. Auch in der trockenen
Jahreszeit sickert stets genügend Wasser aus dem Gestein, um die
umliegende Region mit Trinkwasser zu versorgen. Aus der
reichhaltigen Fülle der Tiere lassen sich Quetzale, Grüne Tukane,
Tapire, Wildschweine und Nasenbären hervorheben. An der Quelle des Río
Arcagual, auf einer Höhe von 1400 Metern über dem Meeresspiegel,
befindet sich das Besucherzentrum. Die beiden alten Häuser beherbergten
von 1954 bis 1981 ein kleines Wasserkraftwerk. Der kürzere
und einfachere der beiden Wanderwege führt zu einem Wasserfall. Wählt
man den zweiten Weg hin zum Hochplateau, so muss man sich auf 4 bis 5
Stunden Aufstieg gefasst machen. Der Weg zurück dauert noch einmal 2
bis 3 Stunden. Das letzte Drittel des Weges ist nicht markiert, und
somit empfiehlt sich ein Führer.
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