Lancetilla Botanical Gardens

Nahe der Karibikstadt Tela liegt der botanische Garten Lancetilla, der zweitgrößte botanische Garten weltweit. Der botanische Garten wurde im Jahre 1926 von der Bananengesellschaft United Fruit Company als Experimentierzentrum für verschiedene Bananenarten angelegt. Im Laufe der Zeit wurden Pflanzen aus der ganzen Welt angesiedelt. 1974 wurde das Gebiet dem honduranischen Staat überschrieben. Aufgrund der großartigen Pflanzenvielfalt bietet der botanische Garten Lebensraum für viele verschiedene Tierarten. Bislang wurden 365 Vogelarten gezählt, darunter Papageien, Tukane, Prachtmeisen und Motmots. Es können geführte Touren organisiert oder Wegekarten im Besucherzentrum gekauft werden.


Lage

Der botanische Garten Lancetilla liegt nur wenige Kilometer von der Karibikstadt Tela entfernt. Er ist einer der größten Botanischen Gärten weltweit und einer der besten Orte zur Vogelbeobachtung in Mittelamerika.


 

Größe und Gründung des Parks

Lancetilla ist ebenfalls unter dem Namen Jardín Wilson-Poponoe bekannt, zu Ehren seines Gründers. Wilson-Popnoe hat den botanischen Garten im Jahre 1926 für die Tela Eisenbahngesellschaft (Companía bananera) angelegt. Er war als Experimentierungszentrum gedacht, um das Verhalten exotischer Arten mit kommerziellem Potential in den Tropen von Honduras zu untersuchen. Dafür wurden Pflanzen aus fast allen tropischen Gegenden der Erde gesammelt und nach Honduras gebracht, wo man sie in Experimentierplantagen ansiedelte. So wurde z.B. die afrikanische Ölpalme (eines von Honduras wichtigsten Agrarprodukten) zum ersten Mal hier angebaut. 1974 überschrieb die Bananengesellschaft United Fruit Company dem honduranischen Staat das Gebiet, wo sich der botanische Garten befindet. 1992 wurde seine Pflege und Instandhaltung von der honduranischen Regierung an die nationale Baumschule (ESNACIFOR-Escuela Nacional de Ciencias Forestales) übergeben, die ihren Hauptsitz in Siguatepeque hat. Der Park bedeckt insgesamt eine Fläche von 1,681 Hektar, den größten Teil bedeckt ein Naturschutzgebiet.


 

Natürliche Umgebung und Bedeutung des Parks

Der botanische Garten ist in drei große Zonen unterteilt: das Arboretum, die Reserva Biologica und ein Bereich der experimentellen Anpflanzungen vorbehalten ist. Das Arboretum ist ein Garten, der hauptsächlich der Untersuchung von Bäumen und anderen holzartigen Pflanzen dient. Mehr als 1.500 unterschiedliche exotische Pflanzenarten können zur Zeit im botanischen Garten Lancetilla bewundert werden, allen voran Obstbäume und Nutzhölzer. Es gibt weitläufige Mahagoni- und Teakplantagen, die als Samenbanken dienen, sowie eine umfangreiche Sammlung von ursprünglich asiatischen Obstbäumen, wie Mangostane, Kedongdong, Kakao, Litschi, Rambutan, Mango, Muskatnuss, Grumichama und Jabuticaba. Die Sammlung verschiedener Bananenarten ist eine der größten und vielfältigsten weltweit. Der Park umfasst auch Sammlungen von Orchideen und Bambusarten, sowie Sammlungen von Ölpalmen und Königspalmen.

In den 1940er Jahren erreichte Lancetilla den Höhepunkt seiner Entwicklung. Zu diesem Zeitpunkt wurden hunderttausende von Pflanzen produziert und in ganz Lateinamerika verteilt. Die Pflanzensammlung, heute würde man sie als Genbank bezeichnen, wuchs ständig und wurde zu einer der wichtigsten tropischen Nutzpflanzensammlung zu dieser Zeit. Aufgrund innerer Unruhen in den 1960er Jahren zog sich die United Fruit Company aus dem Forschungszentrum zurück. Infolgedessen verlor Lancetilla an Bedeutung.

Der gängigste Name für den botanischen Garten ist Lancetilla, zu Ehren einer kleinen Palme, die im biologischen Reservat des botanischen Gartens wächst. Lancetilla erhebt sich bis zu einer Höhe von maximal 600 m. Die um den eigentlichen Botanischen Garten herum gelegenen Hügel bedeckt ein Naturschutzgebiet, das vowiegend aus tropischem Regenwald (wegen der Höhe und der Nähe zum Meer) besteht. Aus biologischer Sicht ist der tropische Regenwald der artenreichste Lebensraum der Erde. Die natürlichen Reichtümer dieser eindrucksvollen Wälder sind den modernen Gesellschaften bis heute nicht oder nur ungenügend bekannt. Aus der Fülle der Arten lässt sich die genetische Vielfalt ablesen, welche die tropischen Regenwälder zu einem riesigen Freiluftlabor machen. Wissenschaftler haben auf einem Hektar tropischen Regenwaldes über 800 verschiedene Bäume und Sträucher gefunden, von denen lediglich 60% bisher bekannt sind. Auf einem einzigen Urwaldriesen hat man über 50 verschiedene Ameisenarten gezählt, mehr als es zum Beispiel in ganz England gibt! Unter dem Kronendach des Waldes können bis zu vier verschiedene Stockwerke vorhanden sein. Von jedem Baum hängen Lianen herab, auf den Ästen wachsen Bromelien, und schaffen so eine eigene kleine Welt für die kleinen Insekten und die großen Tiere wie Affen, Jaguare und Papageien.

Die äußerst wichtige Bedeutung Lancetillas besteht nicht allein darin, für 40% des Wasserverbrauchs von Tela aufzukommen, sondern ebenfalls darin, die größte genetische Datenbank auf dem zentralamerikanischen Isthmus zu sein. Ein Beispiel hierfür sind alle zentralamerikanischen Plantagen mit afrikanischen Palmen, die pflanzliche Öle und seine Nebenprodukte herstellen; sie alle stamen von Lancetilla.


 

Tierwelt

Der botanische Garten und der umliegende tropische Regenwald ist nicht nur Lebensraum für Hunderte von exotischen und landestypischen Pflanzen, sondern beherbergt auch viele Vogelarten und Säugetiere. Bislang wurden hier 365 Vogelarten gezählt, darunter Papageien, Sittiche, Tukane, Trogone, Tangaren und Motmots. Im biologischen Reservat, das gebirgige und unberührte Gebiet im botanischen Garten, leben Tiere wie Ozelote, Jaguare, Nasenbären, Agutis, Pakas, Schlangen und viele mehr.


 

Aktivitäten

Im Besucherzentrum können Karten gekauft werden, um den botanischen Garten auf eigene Faust zu erkunden. Die Pflanzen sind mit unterschiedlichen Farben markiert, was die Identifizierung erleichtert. Es sind jedoch auch lokale Führer vorort, in deren Begeleitung man viel Interessantes über den Garten und die einzelnen Pflanzen erfahren kann. Sie sind auch bei der Suche nach leckeren Früchten behilflich.


 

Übernachtung / Besuchszeiten

Im Besucherzentrum gibt es eine Cafeteria und ein einfaches Hostel, das Unterbringungsmöglichkeiten für bis zu 30 Personen bietet. Dies ist eine gute Möglichkeit für jene, die bereits früh morgens auf Vogelbeobachtung gehen wollen oder einfach nur direkt in dieser wunderschönen Umgebung nächtigen möchten.


 

Private Touren