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Biosphärenreservat Rio Platano

Biosphärenreservate sind Naturschutzgebiete mit weltweit einzigartigen oder besonders bedeutenden Vorkommen aus dem Tier- und Pflanzenreich, welche von den Vereinten Nationen (UNESCO) ausgewählt und mit den jeweiligen Landesregierungen bestimmt werden. Der Zweck eines Biosphärenreservates besteht darin, die natürliche genetische Vielfalt auf unserem Planeten zu schützen und die natürlich gereiften typischen unterschiedlichen Vegetationszonen einer Region zu erhalten. Man müsste eigentlich nicht mehr hinzufügen, dass ein Biosphärenreservat ein idealer Ort für naturkundliche Untersuchungen unter natürlichen Bedingungen ist, und zudem ein Rückzugsgebiet für vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Die "Reserva de la Humanidad y Biosfera Río Plátano" wurde durch das Gesetz Nr. 977 vom honduranischen Parlament im Jahre 1980 zum Naturschutzgebiet erklärt, als erstes Naturschutzgebiet dieser Art in Mittelamerika. Es stellt auch heute einen großen Anteil des größten noch vorhandenen tropischen Regenwaldes nördlich des Amazonas, das sich im Osten von Honduras und dem Norden von Nicaragua befindet.



Die Biosfera Río Plátano umfasst 8323 km², größtenteils bedeckt von tropischem Regenwald. Der natürlichen Vielfalt steht die kulturelle Mannigfaltigkeit in nichts nach: noch heute leben im Bereich der Biosphäre 5 verschiedene Volksstämme. Es mangelt in der Region auch nicht an archäologischen Funden. Seinen Namen verdankt das Reservat dem Fluss Río Plátano, der sich einmal quer durch den Wald bis zur Mündung in die Karibik schlängelt.

Der biologische Reichtum dieser Region lässt sich aus den verschiedenen vorhandenen Lebensräumen ableiten. An der Küste der Karibik dehnen sich hinter den unberührten Sandstränden Lagunen und Mangrovenwälder aus. Auch sumpfige Gebiete mit spärlichen Kiefern bzw. Pinien (Pinus caribensis) findet man im Küstenbereich sehr häufig. Weiter ins Landesinnere erstreckt sich der tropische Regenwald mit all seiner Artenvielfalt, die sich auf den ersten Blick oft nur erahnen lässt.



Neben Mestizen und einigen Garifuna-Dörfern an der Küste (vor 200 Jahren eingetroffene farbige Ex-Sklaven aus Afrika) prägen drei Volksstämme das Reservat. Die Miskitos leben im Küstenbereich und stamen völkerkundlich aus einer Mischung aus prä-kolumbischen Ureinwohnern mit schiffbrüchigen afrikanischen Sklaven. Die Tawahkas (am mittleren Río Pátuca) und Pech (am Oberlauf des Río Plátano) entzogen sich den kriegerischen Miskitos durch die Flucht ins Binnenland. Diese Stämme sprechen noch jeweils die eigene Sprache und bewahren überlieferte Traditionen. Die Miskitos zählen noch etwa 30000 Personen, während die Tawahkas noch ca. 800 und die Pech ca. 300 Personen stark sind. Mit nationaler und internationaler Hilfe kämpfen sie ums Überleben im Regenwald. Das Biosphärenreservat hilft ihnen dabei und hält die Legenden und Sagen des Regenwaldes lebendig.

Die sagenumwobene "Weiße Stadt" gehört zu den Überlieferungen, und in der Tat stößt man auf archäologische Spuren, wie zum Beispiel die Petroglyphen an den Ufern des Río Plátano, in Stein gemeißelte Zeichen einer unbekannten Kultur. Dem tropischen Regenwald konnte bisher noch nicht das Geheimnis entrissen werden, ob diese "Weisse Stadt" wirklich so mächtig und stolz war wie die Mayastadt Copan zur Blütezeit. Verschiedene Expeditionen verliefen stets ohne spektakuläre Funde der großen weißen Pyramiden und anderer von Menschenhand geschaffenen Bauwerke.

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