Río Plátano Biosphere

1980 erklärte das honduranische Parlament die "Reserva de la Humanidad y Biosfera Río Plátano" zum Naturschutzgebiet. Im gleichen Jahr wurde das Reservat zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Das Biosphärenreservat ist im Nordosten Honduras gelegen und umfasst eine Fläche von 5,251 km². Das Gebiet zeichnet sich durch eine große Biodiversität aus: Weitläufige Mangrovenwälder, Kiefernwälder, Savannen, tropischer Regenwald, sowie Sandstrände und Lagunen an der Küste kennezeichnen das Reservat. Pro Quadratkilometer beherbergt das Rio Platano Biosphärenreservat mehr Baumarten als der Amazonas. Zudem gibt es mehr als 80 archäologische Stätten, die bisher jedoch kaum erforscht sind. Es ist möglich das Biosphärenreservat auf eigene Faust zu erkunden. Aufgrund seiner Abgelegenheit und der kaum entwickelten Infrastruktur wird jedoch empfohlen mit einem Reiseveranstalter zu reisen.


Lage

Die "Reserva de la Humanidad y Biosfera Río Plátano" liegt in der Moskitia-Region im Nordosten Honduras im Wassereinzugsgebiet des Río Plátano. In ihr liegt einer der wenigen verbliebenen tropischen Regenwälder in Mittelamerika und verfügt über eine üppige und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. In der gebirgigen Landschaft, die zur Karibikküste abfällt, leben über 2.000 Ureinwohner, die hier ihre ursprünglichen Traditionen und Lebensweise bewahrt haben.


 

Größe und Gründung des Parks

Das Reservat wurde durch das Gesetz Nr. 977 vom honduranischen Parlament im Jahre 1980 zum Naturschutzgebiet erklärt, als erstes Naturschutzgebiet dieser Art in Mittelamerika. Es stellt auch heute einen großen Anteil des größten noch vorhandenen tropischen Regenwaldes nördlich des Amazonas, das sich im Osten von Honduras und dem Norden von Nicaragua befindet. Es umfasst eine Fläche von 5.251 km², die größtenteils von tropischem Regenwald bedeckt ist. Die Biosfera Río Plátano reicht von der Laguna de Ibans und der Laguna de Brus an der Karibikküste in südwestlicher Richtung ins Landesinnere. Die Küstenstädte Palacios und Brus Laguna liegen ungefähr 5 km außerhalb der Parkgrenzen. Im Jahr 1980 wurde das Biosphärenreservat Río Plátano zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt.


 

Natürliche Umgebung und Bedeutung des Parks

Der biologische Reichtum dieser Region lässt sich aus den verschiedenen vorhandenen Lebensräumen ableiten. An der Küste der Karibik dehnen sich hinter den unberührten Sandstränden Lagunen und Mangrovenwälder aus. Auch sumpfige Gebiete mit spärlichen Kiefern bzw. Pinien (Pinus caribensis) findet man im Küstenbereich sehr häufig. Weiter ins Landesinnere erstreckt sich der tropische Regenwald mit all seiner Artenvielfalt, die sich auf den ersten Blick oft nur erahnen lässt. Seinen Namen verdankt das Reservat dem Fluss Río Plátano, der sich einmal quer durch den Wald bis zur Mündung in die Karibik schlängelt.

Der natürlichen Vielfalt steht die kulturelle Mannigfaltigkeit in nichts nach: Noch heute leben im Bereich der Biosphäre fünf verschiedene Volksstämme. Neben Mestizen und einigen Garifuna-Dörfern an der Küste (vor 200 Jahren eingetroffene farbige Ex-Sklaven aus Afrika) prägen drei Volksstämme das Reservat. Die Miskitos leben im Küstenbereich und stammen völkerkundlich aus einer Mischung aus prä-kolumbischen Ureinwohnern mit schiffbrüchigen afrikanischen Sklaven. Die Tawahkas (am mittleren Río Patuca) und Pech (am Oberlauf des Río Plátano) entzogen sich den kriegerischen Miskitos durch die Flucht ins Binnenland. Diese Stämme sprechen noch jeweils die eigene Sprache und bewahren überlieferte Traditionen. Die Miskitos zählen noch etwa 30.000 Personen, während die Tawahkas noch ca. 800 und die Pech ca. 300 Personen stark sind. Mit nationaler und internationaler Hilfe kämpfen sie ums Überleben im Regenwald. Das Biosphärenreservat hilft ihnen dabei und hält die Legenden und Sagen des Regenwaldes lebendig.

Es mangelt in der Region auch nicht an archäologischen Funden. Die sagenumwobene "Weiße Stadt" gehört zu den Überlieferungen, und in der Tat stößt man auf archäologische Spuren, wie zum Beispiel die Petroglyphen an den Ufern des Río Plátano, in Stein gemeißelte Zeichen einer unbekannten Kultur. Dem tropischen Regenwald konnte bisher noch nicht das Geheimnis entrissen werden, ob diese "Weisse Stadt" wirklich so mächtig und stolz war wie die Mayastadt Copán zur Blütezeit. Verschiedene Expeditionen verliefen stets ohne spektakuläre Funde der großen weißen Pyramiden und anderer von Menschenhand geschaffenen Bauwerke.


 

Tierwelt

Die Vielzahl an Ökosystemen im Biosphärenreservat bieten Lebensraum für verschiedene bedrohte und seltene Arten. Die Küsten- und Flussgebiete sind Heimat für Seekühe, Flussotter, Kaimane, sowie Leder- und Suppenschildkröten. Die Wälder beheimaten Tapire, Jaguare, Ozelots, Langschwanzkatzen, Jaguarundis, Pumas, Nabelschweine, Weißschulterkappuziner, Brüll- und Klammeraffen, Weißwedelhirsche, Faultiere, Ameisenbären und viele mehr. Das Biosphärenreservat Río Plátano beheimatet die größten Populationen der meisten dieser bedrohten Tierarten in Honduras. Der Erhalt und Schutz des Reservats ist von großer Bedeutung für das Überleben dieser Arten.

Über 375 Vogelarten sind im Reservat bisher gesichtet worden. Zudem wird das Reservat auch von vielen Zugvögeln besucht. Viele seltene Arten, die im Biosphärenreservat beheimatet sind, werden im Rest des Landes nicht gesehen. Dazu zählen Arten wie die Harpyie, der Falke femoralis, der große Soldatenara, der hellrote Ara, der Zweifarbenfischer, der Swainson-Tukan, der Gelbohrarassari, der Jabiru und der Elsteradler.


 

Aktivitäten

Ein Besuch im Río Plátano Biosphärenreservat ist ein unvergessliches Erlebnis. Es ist möglich, diese wunderschöne Region auf eigene Faust zu besuchen. Aufgrund der Abgelegenheit und der begrenzten Infrastruktur, ist es jedoch schwierig. In einigen Gemeinden, z.B. Palacios, Las Marías, Playitas und Kuri können lokale Reiseleiter und Unterbringung organisiert werden. Die beste Option ist diese Region mit einem Veranstalter zu besuchen. Die guten Unternehmen kennen die Region sehr gut und ermöglichen Ihnen ein einmaliges Erlebnis. Ihr Besuch hat für diese Gegend eine große Bedeutung, indem Sie dabei helfen, diese einzigartige und wunderschöne Gegend mit all ihren Arten, die hier leben, zu schützen und zu bewahren.


 

Übernachtung / Besuchszeiten

Reisen in diese Region sollten mit dem größtmöglichen Respekt vor den Menschen und der Natur angetreten werden. Toleranz, Flexibilität, Neugier und körperliche Fitness sind für Sie von Vorteil. Besucher mit wenig Tropenerfahrung sollten das feuchtheiße Klima nicht unterschätzen. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie in sehr einfachen Gasthäusern übernachten.


 

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